Ein Hirsch

 

 

 

Einen Hirschen der geröhrt

 

hab ich heute Nacht gehört

 

und es hat mich sehr gestört:

 

Ich verstand kein einzig "word"

 

 

 

Es ist jetzt die Zeit der Brunft

 

die ganz üblich für die Zunft

 

Und dann fehlt's an der Vernunft,

 

zählt nur die Zusammenkunft

 

 

 

Nur der Jäger auf der Pirsch

 

ist der Feind von jenem Hirsch

 

Er verhält sich gar nicht wirsch

 

Besser ging er in die Kirch'

 

 

 

Wenn der Hirsch heut' wieder röhrt,

 

hätte ich ihm zugehört

 

und ich fühl mich nicht gestört,

 

wünsch ihm nur, er wird erhört.

 

 

 

*

 

 

 

Ein Röslein klein

 

Einst setzte man ein Röslein klein

im Garten in die Erde

und sprach zu ihm: „Nun wachse fein,

dass etwas aus dir werde.“

 

Es nickte eifrig fein und still,

wollt alles dafür machen.

Doch nützt es nicht nur, dass ich will.

Lasst mir die Sonne lachen.

 

Jedoch man ließ es ganz allein,

tat's nicht einmal begießen,

und Hecken nahmen Sonnenschein.

Man ließ das Unkraut sprießen.

 

Es duckt sich tief und strengt sich an,

versucht noch hochzuranken

Ein kleiner Käfer half ihm dann,

doch frischen Mut zu tanken

 

Er schmiegte sich ganz nah heran,

vor Unheil es zu schützen,

dass so das Röslein wachsen kann.

Das sollte ihm gut nützen

 

„Für immer will ich dankbar sein!

sprach's Röslein voll Entzücken.

Oh du Marienkäfer mein,

Dich sollen Pünktchen schmücken.“

 

Gehässig eine Distel lacht,

die das der Blattlaus funkte.

„Da siehst du, so wird das gemacht!

Der Kandidat hat sieben Punkte.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto © Heike Diehl

 

Maiglöckchen

Blume des wiederkehrenden Glücks

 

Maiglöckchen, Sehnsuchtslicht

Maiglöckchen vergiss mein nicht.

Bring mir meinen Schatz zurück,

der einmal war mein ganzes Glück.

 

Denn nach jenen alten Lehren

soll das Glück doch wiederkehren,

durch den Besitz der zarten Blume,

die wächst in meiner Bodenkrume

 

Läute ein den Maientanz.

Ich lege meine Hoffnung ganz

in Deine Zauberkraft im Mai.

Bitte mach mich froh und frei.

 

Locke ihn mit leichtem Klang.

Ich weiß genau, es braucht nicht lang.

Maiglöckchen, Sehnsuchtslicht

Maiglöckchen vergiss mein nicht.

 

 

 

 


 

Abendrot

 

Abendrot I

 verbrennt die Not

 

Die Sonne hat es angefacht

am Himmel oben, glühend rot

ein Feuer dort kurz vor der Nacht

Man nennt es Abendrot

 

Verbrennt das Abendrot die Not

die von der Erde steigt empor?

Bringt so die Nacht den Tag ins Lot

dass neue Hoffnung kommt hervor?

 

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Abendrot II

 Tagerneuerung

 

Der Tag geht unter mit der Sonne,

die rot vor Eifer glüht.

Die Nacht zu grüßen voller Wonne

ist sie nunmehr bemüht.

 

Der Tag zieht nun sein Nachtkleid an,

legt sich alsbald zur Ruh.

Damit die Nacht nun einzieh'n kann,

deckt ihn der Abend zu.

 

Die Nacht kühlt nun das Abendrot,

das sich so aufgeheizt.

Damit's den Tag trotz Müh und Not

zum Wiederaufsteh'n reizt.

 

Am Morgen dann die Sonne strahlt.

Dem Tag geht’s wieder gut.

Wenn auch kein bess'rer Wille prahlt,

fasst man doch neuen Mut.

 

 

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Abendrot III

Sonnenspeicher

 

Der Himmel schürt den Sommer an

dass dann die Sonne kommen kann

So sammelt sie die Energie

denn ohne schafft sie es wohl nie

 

Dort unter Wolken glühen Kohlen

und es verbrennen sich die Sohlen

die Engel die bis jetzt geschlummert

Sie wundern sich was da so wummert

 

Ach lieber Himmel lass das bleiben

denn alles kann man übertreiben

Und diese heiß entfachte Glut

tut auch der Menschheit nicht so gut

 

Die Sonne meint, sie  will das speichern

und sich auf keinen Fall bereichern

Sie sorgt nur für den Sommer vor

Das öffnet der Saison das Tor

 

Sie will doch nach und nach bezahlen

mit ihren Sommersonnenstrahlen

Dann ist die Menschheit auch im Glück

Das bringt ein Lächeln ihr zurück

 

 

***

 

Den blauen Himmel will ich fragen

 

Blauer Himmel, ich will dich fragen:

Bist schlecht dran wohl schon seit Tagen?

Die umwölkte Stirn, sie steht dir nicht

und die graue Farbe im Gesicht,

 

Was die dunklen Schatten taugen

die du trägst nun an den Augen?

Frag' mich, wo sind deine lieben

Cumuluswölkchen nur geblieben,

 

und die strahlend blauen Augen

die zur guten Laune taugen?

Warum lässt die Sonne dich

denn seit Tagen schon im Stich?

 

Habt ihr euch vielleicht gestritten?

Hast darunter du gelitten,

dass die Sonne nicht mehr scheint?

Hast du deshalb so geweint?

 

Bitte seid Euch wieder lieb,

und die dunklen Wolken schieb

lieber schnell ganz weit bei Seite.

Ach, am liebsten wär's mir heute.

 

Schau der Raps mit gelber Hose,

würde doch so gerne lose,

gern dein blaues Hemd jetzt tragen.

Freundlich soll ich danach fragen.

 

Denn das steht ihm sicherlich

sehr viel besser zu Gesicht.

Und es würde ihn entzücken

könntest Du ihn damit schmücken.

 

 


 

Meine Blume klein und zart

 

Meine Blume klein und zart

schaut nun ganz verdrossen

Ach das Leben ist so hart

es wachsen ihr bald Flossen

 

Vom Dauerregen ganz geschafft

lässt sie das Köpfchen hängen

Und nun ist sie total erschlafft,

war in des Sturmes Fängen

 

Niemand hört ihr leises Stöhnen

Sie ist doch schon ganz blass

Wird der laue Wind bald föhnen

Ihre Füße, die pitschnass?

 

Die Sonne ließ sie auch im Stich

mit ihrem warmen Kosen

Das machte ganz gewiss sie frisch

 Sie zählt nicht zu Mimosen.

 

Rettet doch das Blumenkind

Es ist doch noch so zart und klein

Liebe Sonne, lieber Wind

 Immer würd' ich dankbar sein

 

 


Das leere Versprechen

 

Es spricht der Kater zu der Katze

Ich schenke Dir mein ganzes Leben

Da winkt sie ab mit ihrer Tatze

Wem willst Du die sechs and'ren geben?

 


Kühe machen Mühe

 

Auf der grünen Wiese

stehen Lotte, Else, Liese

Kühe sind's vom Huber Bauer

Werden langsam ganz schön sauer

 

Täglich sollen Sie sich freuen

immer wieder wiederkäuen

Das macht auf Dauer keinen Spaß.

Lotte meint: „Wie öd' ist das?“

 

Tagein, tagaus nur Wiesengrün

und nichts And'res ist zu seh'n,

nur da hinten dieser Baum,

den kennen wir auch schon im Traum.

 

Und Kuh Else stellt die Frage:

„Ist das ein Leben alle Tage,

auf der Wiese hier zu liegen

und stündlich neu die Krise kriegen?“

 

Liese sagt: „Du blöde Kuh,

hör mir jetzt nur einmal zu.

Wir werden das jetzt gründlich ändern.

Ich fresse Gras nur noch an Rändern.

 

Und Lotte spricht: „Was soll das bringen?

Lass lieber uns ein Liedchen singen,

oder mal ein Tänzchen wagen

und nicht über's Nichtstun klagen!“

 

Der Bauer meint: Die Kuh macht muh,

doch diese drei da machen Mühe.

Ich werde nach dem Melker sehn.

Das Melken finden sie ja schön.

 

Die Liese hört 's und schüttelt sich

Sie sagt zu Else: „ Widerlich,

ist denn nicht mehr abzuwenden,

der Melker mit den kalten Händen?

 

So kommt es, wenn Du nicht zufrieden

bist mit dem, was Dir beschieden.

Dann kann es sehr oft schlimmer kommen,

als Du vorher angenommen.

 


Ente Emily lernt dazu

 

Hier kommt die Ente Emily

mit ihrer ganzen Family

um von Nell's Park zu Nachbar's Garten

einen Ausflug heut' zu starten.

 

Ihr Nachwuchs tippelt munter mit

hält mit der Mutter kaum noch Schritt

Erpel Paul, ganz aus dem Häuschen,

braucht erstmal jetzt ein Atempäuschen

 

Ach es wär' zum Federn raufen

hätt' seine Frau sich heut' verlaufen

Nein, es war geplant ihr Ziel

und Absicht dort zu lernen viel

 

Nichts ist Nachbar's Garten gleich

und so der Artenvielfalt reich

Doch die Gefahr, die sich anbahnt,

war auf keinen Fall geplant

 

Denn des Nachbarn großer Hund

ist für die Küken ungesund

Hilfe, hilfe, quak, piep, piep

Hat uns hier denn niemand lieb?

 

Der Nachbar hat sie nun gerettet

die Küken im Karton gebettet,

Zu Fuß folgt Ente Emily

nach Haus, erleichtert wie noch nie.

 

Daraus hat Emily nun gelernt

wenn man aus Neugier sich entfernt

dass sich der Einsatz selten lohnt.

und dass Gefahr oft darin wohnt.

 

* Eine wahre Geschichte

 


Trödelei

 

Hallo Herrchen, ich bin auf Draht

Ich hab die Leine schon parat

Du kommst gar nicht in die Puschen

Musst du denn zuerst noch duschen

 

Mach etwas schneller, wenn es geht

Es ist doch wirklich schon sehr spät

und ich möchte endlich laufen

Ach, es ist zum Fellausraufen

 

Zieh schnell an die derben Schuh

Mach die Wetterjacke zu

und dann komm zu mir hierher

Ach ich hab es wirklich schwer.

 

Ich durchschaue jetzt das Spiel

und habe langsam das Gefühl

Es ist dein innerer Schweinehund

für die Trödelei der Grund

 

Bitte schicke ihn schnell fort

an einen weit entfernten Ort

und sag' ihm besser gleich Bescheid

Dein lieber Hund ständ' schon bereit

 

Den wirst Du gegen ihn nicht tauschen

Er soll jetzt ganz genau mal lauschen

und das sei auch nicht zum Lachen

Ich werde ihm sonst Beine machen.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tim im Schnee

 

Sag mal warum soll ich hier liegen ?

Mein armer Bauch wird doch ganz kalt.

Ich hab ein Häschen dort gesehen.

Es lief grad vor mir in den Wald.

 

Ich könnte es bestimmt noch finden.

Siehst Du die Spuren dort im Schnee ?

Und sicherlich es noch erschnuppern,

wenn ich es dann auch nicht mehr seh'.

 

Du darfst mir auch ein Stöckchen werfen

Das bring' ich gern zu Dir zurück.

Nur faul im Schnee herum zu liegen,

ist nicht für mich das wahre Glück

 

 


 

Die Sonnenfinsternis

 

Es stellt der Mond so oft die Sonne in den Schatten

Nicht nur von Liebespaaren wurde er gewählt

Nie ein Verlust, wenn nachts sie keine Sonne hatten

Es hat der Mond mehr als die Sonne dann gezählt.

 

Nun aber hat der Mond die Sache übertrieben

Der Sonne Miene, sie verfinsterte sich rasch

und wollte er es auch auf einen and'ren schieben

Egal, wohl jede Buße wäre hier zu lasch

 

Der pure Hohn, am Tag die Sicht ihr zu verstellen

Ihr Strahlen war von seinem Körper ganz verdeckt

So sinnlos ihr Bemüh'n, die Erde zu erhellen

Hat sie nach allen Seiten sich auch noch gereckt

 

Und ach die Menschheit, sie betrachtet ihn voll Wonne

lobt den Triumph des Mondes über ihre Sonne.

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:  © Monika Schneider          

 

Abgeblitzt

 

Schatz hör mir bitte einmal zu,

wo schon lange drückt der Schuh

Ich glaub' wir beide müssen reden

Das ist kein Thema hier für Jeden

 

Ich sage es Dir leis' ins Ohr

Psst.. hast du heute schon was vor?

Es wäre jetzt die richtige Zeit,

bin für die Planung nun bereit

 

Welche Planung ich jetzt meine?                                                  
Na da gibt es doch nur eine

unsere Familie ist's die mir pressiert

eh' sich die Möglichkeit verliert.

 

Ich werde schließlich immer älter

und Du zu mir auch immer kälter

Willst Dich wohl schon wieder drücken?

Kann ich Dich nicht mehr entzücken?

 

Du gähnst gelangweilt vor Dich hin

und zeigst mir, wie egal ich bin.

Ich habe auch noch etwas Ehre.

Das sei Dir jetzt mal eine Lehre

 

Ich schau mich nach 'nem andern um,

schließlich bin ich nicht nur dumm

Ich geh zu Deinem Nebenbuhler

Der ist sowieso viel cooler.

 

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Wenn ich ein Vöglein wär

 

 Kürzlich hab ich nachgedacht,

was die Vogelschar so macht.

Schon am Morgen in der Früh,

wenn alles schläft, da hört man sie.

 

Ach es wäre schon sehr fein,

mal ein Vögelein zu sein.

Ich könnte den Gesprächen lauschen,

wenn sie miteinander plauschen

 

Was die andern sich erzählen

und welche Worte sie dann wählen.

Zum Beispiel, wenn der Herr Gemahl,

mit den Kleinen schimpft,- egal.

 

Es wäre schon sehr interessant,

zu verstehen, wie sie leben.

Es ist doch alles unbekannt,

was sie so täglich von sich geben.

 

Ob die Pärchen sich vertragen,

oder sich auch manchmal streiten.

Bestimmt gibt es an manchen Tagen

solche und auch bessere Zeiten.

 

Denkt der Meiserich ab und zu,

hätt' ich doch kurze Zeit mal Ruh'.

Und es ist jetzt reichlich spät

Mein Weib mir auf die Nerven geht

 

Tät' sie einmal nur den Schnabel halten.

Es ist ja kaum noch auszuhalten.

Vielleicht ist er es, der da zwitschert,

nachdem er hat zu viel gepitschert,

 

als er gestern lang war aus,

und auch kam sehr spät nach Haus.

Wie es ist, erfahr'n wir nie.

Ein Geheimnis bleiben sie

 

Und ich würde mich genieren

die Tierwelt auszuspionieren

Das ist auch gar nichts, was wir müssen.

Der Mensch muss ja nicht alles wissen.

 

Er gibt ja auch nicht alles preis.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.