Gedichte sind

Kinder die ich liebe,

geboren aus der Eingebung von oben

entstanden, beeinflußt

von Erlebtem, Gelebtem oder Fantasiertem

Stolz gezeigt beschützt und behütet

Einzig durch Interesse und Gefallen vergütet.

                         

 

 

 

 

Das Dichtermännchen

 

Nun hat mich schon wieder in der Nacht

das kleine Männchen wach gemacht

Es sitzt ganz nah an meinem Ohr

und flüstert ständig mir was vor.

 

Ja, Verse, Reime, Dichtung

stets wechseln Sinn und Richtung.

Und es gibt keinen Grund,

dass es endlich hält den Mund.

 

Es nervt mich unaufhaltsam.

Das ist schon fast gewaltsam.

Ich möchte gar nichts wissen,

wühl' mich in meine Kissen.

 

Es tippt mir auf die Stirn,

soll öffnen ihm mein Hirn

und dieser freche Dichter

benutzt mein Ohr als Trichter.

 

Ach, Stunde da um Stunde

machten die Reime ihre Runde

Dann gab die Müdigkeit mir Ruh'

Ich machte Ohr'n und Augen zu

 

Als ich heut' morgen dann erwachte

und die Gedichte überdachte,

die mir das Männchen hat verklickert,

da waren sie ganz tief versickert.

 

Sie sind verkleidet wohl als Milben,

all diese vielen schönen Silben.

In der Matratze nun verborgen,

da machen sie mir große Sorgen.

 

Ob wohl in der nächsten Nacht

das Männchen wieder Terror macht?

Wird es mit diesen vielen wilden

Silben wieder Werke bilden?

 

Es ist das Schlimmste an der Sache,

dass ich mir nun Gedanken mache,

weil kein Gedicht entstehen kann,

da ich mir gar nichts merken kann.